N-Wurf - sechste Woche

Sechste Woche

Die sechste Woche beginnt mit den Vorbereitungen für die große Hitze. Die Welpen werden an Wasser gewöhnt.

In der letzten Woche hat jeder Welpe ca. 1000 Gramm zugenommen.

Die Babes erkunden immer mehr die Umwelt. Ein Zeichen des größeren Bewusstseins ist, dass sie sich kurz vor Ungewohntem erschrecken. Wird es als ungefährlich eingestuft, nähern sie sich sofort vertrauensvoll.

Zur Wochenmitte ist es sehr heiß. Die Babes liegen am liebsten im Stall auf dem Betonboden. Sie haben jetzt Trockenfutter zur ständigen Verfügung. Fressen ist bei der Hitze ein Problem.

Die Welpen bekommen ihre ersten rohen Hühnerschenkel. Wer glaubt, er kann einen Hund allein mit Trockenfutter glücklich machen, hat ihm noch nie 'Hehnsche-Bensche' fressen sehen.
(Ach ja, Hähnchenknochen sind nur im gegarten Zustand für Hunde gefährlich.)

Weiterhin ist es sehr heiß. Ein Versuch, nasse Handtücher auf den Boden zu legen.

Die Babes haben jetzt fast ständig Zugang zum ganzen Garten. Das gefällt ihnen sehr. Hin und wieder spielt Evi leidenschaftlich und manchmal ein bißchen wild mit ihnen.

Ich weiß jetzt auch wieder, warum ich keine Sommerwelpen mehr haben wollte: So schön es ist, dass man viel mit den Welpen im Garten sein kann, so lästig sind die Fliegen. Jedes Häufchen, jedes liegengebliebene Futterstück zieht sie zu hunderten an. Ständig ist man mit Schaufel, Küchentücher, Lappen, Wasserschlauch, Hochdruckreiniger hinterher, um die Welpenräume, Ausläufe und den Garten sauber zu halten. Und doch hat man den Eindruck, man kommt nicht hinterher.
Die Babes gehen schon weit vom Schlafplatz weg, um ihre Geschäftchen zu machen. Deshalb haben sie in ihrem Schlafbereich ihre Ruhe.

Was kostet denn so ein Welpe? (Korrektur)

Das werden Züchter immer wieder gefragt. Gemeint ist dabei, was muss der Welpenkäufer für den Welpen bezahlen.

Kaum einer fragt ...

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… welche Kosten denn der Züchter hat. Darüber habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Nicht, dass ich über meine Ausgaben Buch führen würde. Hundezucht ist ein Hobby und man bezahlt, was anfällt. Doch ganz konkret fallen neben der Anschaffung, der Aufzucht und allen Erfordernissen für eine Zuchtzulassung für eine werdende Zuchthündin (eigentlich ist sie der geliebte Familienhund) dann Kosten für einen geplanten Wurf (pro Welpe, bei sechs Welpen) an, die da wären:

Tierarztkosten vor/während der Geburt (bakteriologischer Abstrich, Ultraschall, Röntgen, Betreuung bei der Geburt, Nachsorge) - ca. 100 Euro (pro Welpe)

Deckgebühr - 200 Euro (pro Welpe)

Fahrtkosten/Übernachtung 1400 km - ca. 100 Euro (pro Welpe)

Entwurmen, Impfen und Chippen - ca. 100 Euro (pro Welpe)

Ahnentafel, Gesundheitsfond an den Verein - 115 Euro (pro Welpe)

Doppelter bis dreifacher Futterbedarf während Trächtigkeit und Säugezeit - ?

Strom und Wasser für unendlich viel Wäsche - ?

Futter für die Welpen - ?

Anschaffung von neuen Decken, Spielzeug - ?

(Nicht gerechnet Wurfkiste, Welpenausläufe, extra Räume zur Aufzucht)

Rollenweise Küchentücher und jede Menge Müll - ?

Schlaflose Nächte während der Geburt und den ersten Tagen danach - ?

Angst, Sorgen um Mama und ihre Kinder - ?

9 Wochen lang 24-Stunden-Dienst - ?

Ständige Anpassung der Umwelt auf die Entwicklung der Welpen - ?

Sachkunde - ?

Betreuung der Welpeninteressenten und Käufer (ein Hundeleben lang) - ?

Ganz viel Liebe - ?

Ach ja, Fotos und Filme machen, Homepage aktuell halten - ?

Man kann Welpen so oder so großziehen. Aber wer es gut macht, wird damit kein Geld verdienen.

Doch es kommt auch so viel zurück, von der ersten Stunde, wo man den kleinen Welpen gesund in Händen hält, bis zu dem Tag, wo man ihn in die Hände von lieben Menschen geben kann.

Weniger…

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